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Noch bevor der Wecker um 06.00 Uhr klingelte, wurden wir von der Sonne geweckt, die uns einerseits trotz Storen blendete und andererseits unseren Camper aufheizte. So sind wir dann auf der Route 66 bis nach Peach Springs gefahren. Von dort aus führt eine 60-Meilen lange, gerade Strasse auf den Parkplatz von Hualapai Hilltop. Weil wir unterwegs kein einziges Auto gekreuzt haben, waren wir sehr erstaunt, dass dieser grosse Parkplatz ziemlich voll besetzt war. Trotzdem haben wir noch ein Platz für unseren Camper gefunden und haben gefrühstückt. Voll besattelt wanderten wir dann über den staubigen Pfad in den Hualapai Canyon hinunter. Einige Male mussten wir den Maultierkarawanen ausweichen und auch der Helikopter flog uns richtig um die Ohren. Nach 13 km erreichten wir das Supai Indian Village, wo wir unser Zimmer in der Lodge beziehen konnten. Nachdem wir dort einiges abgeladen hatten, liefen wir zu den wunderbaren Wasserfällen los. Im 2008 wurde jedoch bei einem Unwetter vieles überflutet und weggeschwemmt. Weil der Havasu Creek seither einen anderen Weg fliesst, ist der Navajo Wasserfall jetzt trocken, dafür gibt es zwei neue weniger hohe Wasserfälle. Das frische Bachbett ist bereits wieder schön von grünen Pflanzen überwachsen, währenddem die Spuren der Erosion an der Uferböschung noch gut ersichtlich sind. Etwas weiter unten stürzt der Creek dann über den Havasu Fall in die Tiefe. Am Fusse dieses Wasserfalles befindet sich der türkis leuchtende Badepool sowie einige terrassenförmig angeordnete Becken, worin man sich beim Baden gut erfrischen kann. Wir sind dann weiter zum Mooney Fall gewandert, wobei geklettert für das letzte Stück angemessener beschrieben ist. Denn hinter dem Campground führt eine fast senkrechte Stiege zum Pool des Mooney Falls hinunter. Ohne die angebrachten Ketten und die Leitern wäre der Abstieg dorthin nicht möglich. Unten angekommen öffnet sich wiederum ein schöner Badepool mit klarem Quellwasser. Wenn man dann noch weiter zum Beaver Fall oder an den Colorado River hinunter wandern will, muss der Havasu Creek einige Male überquert werden und der Wanderweg geht in ähnlich wildem Stil weiter wie zum Mooney Fall. Deshalb und auch weil die Dunkelheit demnächst einbrach, sind wir zur Lodge umgekehrt, haben kalt geduscht und aus dem Rucksack zNacht gegessen. Am nächsten Morgen gab es für Marc ein Frühstück der seltenen Art. Es bestand aus mitgenommenem Sandwich, Pringels, Cookies, TrailMix und Wasser. Anschliessend sind wir erneut zum Havasu Fall gewandert um zu baden, bevor wir dann den Rückweg aus dem Canyon unter die Füsse nehmen. In Supai haben wir nochmals einen kurzen Halt gemacht um im Store etwas Proviant für den Rückweg zu kaufen. Weil die Post mit den Maultieren nach Hualapai Hilltop gebracht wird, gibt es dort spezielle Briefmarken und so konnten wir es nicht unterlassen, uns selbst eine Postkarten zu schreiben. Da das Postamt aber wegen Ferienzeit geschlossen hatte, versuchten wir sie im Store aufzugeben. Wir sind gespannt, ob unsere Karte ankommt. In der Zwischenzeit hatte sich die Sonne auch etwas hinter den Wolken versteckt, worüber wir nicht undankbar waren, denn jetzt geht es durch den Canyon aufwärts. Nebst uns waren noch einige Maultierkarawanen unterwegs, welche entweder Essen nach Supai brachten oder Gepäckstücke von Touristen nach Hualapai Hilltop transportierten. Oben schon fast angekommen, haben wir auf dem Weg eine kleine quergestreifte Schlange entdeckt. Diese liess sich aber durch uns nicht aus der Ruhe bringen und züngelte weiter vor sich hin. Glücklich waren wir dann, als wir unsere Wanderschuhe ausziehen konnten, um im Camper unter die Dusche zu stehen. Die Wanderung durch den Havasupai Canyon - einen Ableger des Grand Canyons - ist zwar schön aber nicht mit jener im Grand Canyon vergleichbar. Die traumhaften Wasserfälle mit dem reinen Quellwasser sind einfach fantastisch. So etwas haben wir noch nie gesehen!
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