Gott hat jedem Menschen etwas gegeben,
womit er andere glücklich machen kann.

Phil Bosmans
 
 Freitag, 30 Juli 2010
    
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12. Juni - 16. Juni 2009: Boulder City - Grand Canyon PDF Drucken E-Mail

Heute am 12. Juni dürfen wir unseren 5. Hochzeitstag feiern. Wie schnell die Zeit doch vergeht. Mir kommt es vor als hätten wir erst gerade geheiratet. Es ist natürlich schön, dieses kleine Jubiläum auf unserer Reise zu feiern, obwohl heute nicht so viel für uns gelaufen ist. Angefangen hat es mit dem rassieren meiner Beine. Da mein Rassierer mit 240 Volt geladen werden muss, ist es ohne Transformer nicht möglich, ihn aufzuladen weil wir im Camper nur 110 Volt –Anschlüsse haben.
Wir haben dann in Boulder City das Visitor Center besucht, welches aber vor allem Infos über Nevada hatte, von wo wir aber gerade kamen. Wegen des Bau einer neuen Brücke und den besonderen Sicherheitsvorschriften (seit 9/11 haben die Amerikaner Angst vor einem Terroranschlag) gibt es ziemlich viel Rückstau auf dem Hoover Dam. Doch ist es relativ krass, wie wenig Wasser sich dort befindet. Die Menge hat in den letzten Jahren enorm abgenommen, was am Gestein des Canyons sehr gut erkennbar ist. In Kingman haben wir uns im Visitor Center unter anderem auch via Internet über einen Besuch im Havasupai-Gebiet oder im Grand Canyon informiert. In den diversen Unterlagen steht einfach geschrieben, dass es sehr schwierig ist, in der einen oder andern Lodge kurzfristig eine Unterkunft zu erhalten. Da es nun schon nach 17.00 Uhr war, hatten beide Reservationsbüros geschlossen und wir wussten nicht so recht, was und wie wir jetzt weiter planen wollen. So haben wir uns entschieden in Kingman den GoodSam-Camping „Blacke Ranch RV Park“ aufzusuchen und haben anschliessend im Mr. D’z einen Route 66 – Burger verschlungen. Zur Feier des Tages haben wir noch zu später Stunde Speedminton by Night gespielt.

Am nächsten Morgen haben wir noch einmal einen Anlauf für eine Reservierung vorgenommen. In der Havasupai-Lodge gibt es erst ab dem 2. Juli wieder freie Plätze und die Ranch des Grand Canyons ist erst ab dem 19. August buchbar. Deshalb haben wir uns entschieden die Havasupai-Lodge vom 2. auf den 3. Juli zu buchen.
Auf der Route 66 fahren wir weiter durch die schöne Canyon-Gegend, wo wir etwas weiter von Palm Springs eine kleine Pause einlegen, um wieder ein bisschen Frische nachzutanken. Nach diesem Stopp überraschte uns der Camper, als der Motor nicht mehr startete. Obwohl die Anzeige der Batterie nichts deuten liess, konnten wir ihn Gott sei Dank mit der Hilfsbatterie starten.
In den kleinen Dörfchen gibt es immer wieder lustige Erinnerungen an die früheren Zeiten der Route 66. In Williams haben wir unseren Kühlschrank gefüllt, da wir die nächsten paar Tage im Canyon Gebiet verweilen werden. Die Preise der Supermärkte sind einfach billig. Haben wir doch viel eingekauft (Bsp. 24 Dosen CocaCola, 5 Powerade-Drinks, Früchte, Brot, ...) und haben nur gerade 26 Dollar bezahlt. Da wir erst ab Morgen den Campingplatz im Canyon Village reservieren konnten, haben wir uns vorgestellt auf dem TenX-Camping im National Forrest übernachten zu können, der ca. 2 Meilen vom Nationalpark entfernt ist. Das haben aber wohl andere auch noch gedacht, denn bei der Einfahrt war angeschrieben, das er voll wahr. Tja, heute ist einmal mehr Samstag und die Amerikaner gehen an den Wochenenden häufig campen. So sind wir wieder ein Stück zurück gefahren und haben bei Fred Feuerstein auf dem Flintstones Campground in Valle übernachtet.

Nach dem Besuch im Visitor Center in Tusayan sind wir in den Grand Canyon National Park gefahren. Nachdem wir unseren Campingplatz beziehen konnten, haben wir die Bikes geputzt und geschmiert und sind der Hermit Road entlang bis zur Hermits Rest gefahren. Unterwegs hat es viele Aussichtspunkte, wo wir schöne Bilder vom Canyon machen konnten. Bei einem kleineren Vorsprung sind wir rausgeklettert und die Touristen um uns hatten Angst, dabei ging es nur gut einen Meter hinunter und man hatte wieder sicheren Boden unter den Füssen, was sie vom Rand aus aber nicht sehen konnten. Nach gut 18 km haben wir dann den Hermits Rest erreicht und haben nach einer kurzen Zwischenverpflegung den Rückweg wieder unter den Sattel genommen. Weil die Abendstimmung so schön war, haben wir kurz Halt gemacht um diese zu fotografieren. Wie es der Zufall mit sich bringt, wurde dort gerade irgend eine Dokumentation über den Grand Canyon gedreht und wir schauten einige Minuten zu. Zurück im Camper haben wir zNacht gegessen und den morgigen Tag geplant.

Um 05.30 Uhr war Tagwach und wir assen ein reichhaltiges Frühstück. Kurz nach sieben Uhr sind wir dann losmarschiert, dem Bright Angel Trail entlang in den Grand Canyon hinunter, wo wir im Indian Garden uns mit einer kleinen Zwischenverpflegung stärkten. Ausser, dass uns auf dem Weg ein paar Maultier-Karawanen begegneten, war es sehr ruhig. Danach sind wir zum Plateau Point gewandert, von wo wir wirklich eine hammer schöne Aussicht auf den Colorado River geniesen durften. Wieder zurück im Indian Garden haben wir nochmals etwas Kohlenhydrate und Wasser nachgetankt. Als ich einen Apfel essen wollte, habe ich mich dermassen verschluckt, dass ich kaum noch atmen konnte. Als Marc mir auf den Rücken geklopft hat, ging der Bissen irgendwie und mit viel Wasser dann doch noch runter. Beim Retour-Maschieren haben wir viele verschiedene Tiere gesehen: eine Gran Canyon Rattlesnake (Klapperschlange), Bighorn sheeps (Langhorn Schafe), kalifornische Kondors (Greifvogel) sowie viele Eidechsen und Prärie Dogs. Auch waren nun doch ein bisschen mehr Touristen unterwegs als am Morgen. Wir finden jedoch, dass sich einige Schuhwerke für diesen Wanderweg nicht so optimal eignen und sind froh, dass wir so gute Wanderschuhe dabei haben. Nach gut 32 km wandern, kehren wir müde aber glücklich zum Camper zurück.

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