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„Und ich halte die ganze Aktion immer noch für sinnlos! Tja, wenn wir mehr Salzkörner hier wären! Aber so? In dem riesigen Suppentopf fallen wir doch gar nicht auf. Meiner Meinung nach kann das nicht unsere Aufgabe sein!“ „Nun mal sachte“, liess sich ein altes Salzkorn vernehmen. „Natürlich, im Vergleich zum Gemüse in der Suppe sind wir ziemlich winzig. Aber in uns steckt doch genug Kraft, um der ganzen Suppe Würze zu geben!“ „Muss ich denn auch mitmachen?“ fragte zaghaft ein schüchternes Salzkorn. „Ich trau mich nicht! Ich würde viel lieber hier im sicheren Salzstreuer bleiben. Auf mich kann es doch nicht ankommen, oder?“ „Papperlapapp!“ versetzte das ältere Salzkorn. „Dein Sinn besteht nicht darin, hier im Salzstreuer zu hocken und mit den anderen Salzkörnern hochgeistige Gespräche zu führen! Du solltest salzen, das ist deine Aufgabe!“ „Nur nicht so hitzig!“ rief da jemand von hinten. „Würde es nicht vielleicht auch reichen, einen von uns, sozusagen als Abordnung, in die Suppe zu schicken, jemanden, der sich dazu berufen weis?“ Jetzt schwirrten Ideen und Vorschläge hin und her. „Warum kommt die Suppe denn nicht hier in den Salzstreuer?“ „Ja klar, jeder ist uns herzlich willkommen!“ „Die mögen doch sowieso alle lieber Pfeffer.“ „Suppe ist so wahnsinnig nass!“ „Unsere Versammlungszeiten stehen doch im Programm!“ „Ich bin immer noch dafür, jemanden zu schicken, der das Würzen studiert hat. Wir als Laien …“ „Ruhe!“ brüllt da eines der Salzkörner aufgebracht. „Hört mir mal zu! So kommen wir doch nicht weiter. Ein Salzkorn wallt ihr schicken, wo die Kraft von uns allen nötig ist! Und wenn ihr warten wollt, das die Suppe von selbst in unseren Salzstreuer fliesst, dann wartet ihr bis zum jüngsten Tag! Erinnert euch doch an unseren Auftrag. Wir sollen salzen; habt ihr das vergessen? Wozu sonst sind wir denn da?“ Und während noch verlegenes Schweizgen herrschte, fühlten die Salzkörner sich plötzlich emporgehoben. Alle, die ihre Aufgabe erkannt hatten, liessen sich fallen. Es wurde eine sehr gute Suppe. Herr, vielen Dank, dass du uns soviel Bedeutung gibst. Wir unterschätzen unseren Auftrag als Christen sehr oft. Zeige uns heute, wie wir Salzcharakter haben können an der Stelle, wo wir sind. Hilf uns, dass wir unsere Mitmenschen mit deinen Augen zu sehen, die Augen der Liebe sind. Danke, dass du uns als Christen zusammenstellst und dass eine Wirkung von uns ausgeht. Wir bitten dich, lass uns wirksames und kein unwirksames Salz sein. Amen.
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